musique simili - Sonntag 6. Nov 22  16 Uhr

paramundo

Vicky Papailiou

Gesang, Kontrabass & Perkussion

 

Juliette Du Pasquier

Violine, Kontrabass & Gesang

 

 

Marc Hänsenberger

Akkordeon, Klavier & Gesang

Fotos  ©Christian-Hildebrand
Fotos ©Christian-Hildebrand

Musique Simili sind Fahrende. Sie fahren vor allem ein. Und sie fahren zu schnell. In rasendem Tempo lassen sie virtuos unzählige Schattierungen unseres Lebens vorbeiziehen, emotional und leidenschaftlich, kaum erfasst, schon verstoben. Musique Simili fahren dabei nicht bleifuss, sondern leichtfüssig. Ausserdem fahren sie nicht spurentreu. Feurige Zigeunerweisen, griechisches Liedgut, geistreiche Conferencen, ergreifende Balladen, komödiantische Einlagen, melodiöse Chansons oder erfrischende Selbstironie... 

Doch bereits ihr Name ist ein durchtriebener Schwindel. Eigentlich unglaublich, dass Musique Simili damit seit Jahren sämtliche europäischen Radaranlagen unbescholten passiert haben. „Simili“ (französisch) heisst nichts anderes als Nachahmung. Das ist grobe Untertreibung! Vorgaukelung falscher Tatsachen. Denn was sie in ihrer Kombination aus osteuropäischem Liedgut und griechischem oder rumänischen Zigeunerweisen legieren, ist nichts anderes als eine höchst eigenständige Mixtur mit grossem Wiedererkennungswert und einmaliger Prägnanz. Simili hin oder her. Das weiss von Les Saintes-Marie-de-la-Mer bis Athen eigentlich jeder.

Und nun präsentieren sie einen brandneuen Liederabend. Die Warnung gleich vorweg: es fährt ein, es geht zu schnell und auch zu weit. Was das mit Nachahmung am Hut haben soll, konnte bisher nicht stichhaltig nachgewiesen werden. Deshalb fahren Musique Simili vorderhand auch unbehelligt weiter. Sie sind ja Preisträger des Schweizer Kleinkunstpreises Goldener Thunfisch. Und diesen wohlverdienten Leistungsausweis mussten sie bis heute trotz zahlreicher Übertretungen, siehe oben nicht abgeben. 

Text: © Res Wepfer, Zürich